
Gedichte
Almkuh
Hier oben im Gebirge
sollen andere bestimmen.
Ich bin zu klein, zu jung,
um zu verstehen, laufe
zwischen hohen Felsen,
von denen Wasser rinnt
und Steinchen rieseln,
fallen, fielen, fallen werden,
wenn von mir schon lang
kein Mensch mehr weiß.
Warum werd ich nicht verschluckt,
erschlagen, von diesen Bergen,
in Geröll und Schlamm
begraben? Ich bin geduldet,
ein paar Stunden hat man
mir zugestanden, wohl wissend,
ich werde wieder
schnell verschwinden.
Oder ich bin dem, der hier
das Sagen hat, zu winzig,
um sich mit mir abzugeben.
Später hör ich Glocken,
Kühe kauen Gräser,
Flockenblumen,
Margeriten, Enzian.
Eine schaut mich an,
kommt mir entgegen,
lässt sich kraulen, schubbern,
zeigt mir, wo sie’s am liebsten hat.
Über ihrem Rücken ragen
Berge bis ins Blau.
Hier auf der Wiese sind
Geröll und Schlamm
vergessen, die Felsentürme
freundliche Gesellen.
Die Kuh und ich, wir sterben
im Handumdrehen,
aber heute könnte es nicht schöner sein.
Sie wird gekrault, ich darf ihr Gutes tun,
zwischen zarten Blumen, um die sie
im Lauf des Sommers ihre Zunge legt.
Seit dem Frühjahr 26 gehöre ich zur Gruppe des Goldenen Fischs, auf dessen Seite Lyrik und Kurztexte präsentiert werden.
Zuletzt erschienen
Arne hat eine liebevolle Familie und Freunde und ist doch in tiefer Einsamkeit gefangen. Erst als er die faszinierende Laura kennenlernt, gelingt es ihm, sich aus seinem Schneckenhaus zu befreien. Doch er ahnt nicht, womit Laura zu kämpfen hat. So ist es fast zu spät, als Arne erkennt, dass er ihr helfen muss.
Ein Roman über den Willen, Einsamkeit und Traurigkeit hinter sich zu lassen.
„Eine Liebesgeschichte, die sehr zu Herzen geht und dort noch lange bleibt."
NDR Kultur
„Eine stille, feine Adoleszenzgeschichte"
Aachener Zeitung




